Der Schriftsteller Christoph Hein sagt im Interview zu seinem Roman „ Das Narrenschiff“ : „Von der DDR wird nichts bleiben. Sie wird vergessen werden wie die Bauernkriege“. Zu finden ist das Zitat auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung unter www.bpb.de/themen/deutschlandarchiv/561275/christoph-hein-die-ddr-war-ideologisch-wirtschaftlich-und-politisch-chancenlos/ . Damit formuliert er einen Gedanken, der provoziert und gerade deshalb zum Nachdenken zwingt und ein wenig zum Widerspruch anregt. Hein, der Chronist ostdeutscher Lebenswelten, meint damit weniger das vollständige Verschwinden von Erinnerungen als das Ende eines Staates. Staaten sterben. Verfassungen verschwinden. Flaggen landen im Museum. Die DDR ist seit 1990 kein politisches Subjekt mehr. Sie besitzt keine Institutionen, keine Armee, keine Grenzen, keine Regierung. In diesem Sinn hat Hein recht. Die DDR ist untergegangen und zwar endgültig. Doch Staaten hinterlassen mehr als Archive. S...